Coolnesstraining an der Schrenzerschule macht Spaß und regt zum Nachdenken an

Was ist cool? Bin ich wirklich so cool wie ich denke? Wie bleibe ich in kritischen Situationen cool? Diese und viele andere Fragen stellten sich die 10 Teilnehmer des zweitägigen Coolnesstrainings an der Schrenzerschule, das durch das Projekt „Demokratie leben“ der Stadt Butzbach finanziell ermöglicht wurde, mit ihren Teamern, Thorsten Güntner und Anita Kerber-Sawari. Das Coolnesstraining ist ein Bestandteil des Anti-Aggressionstrainings und eine wichtige Präventive Maßnahme.

Im Coolnesstraining wurde den jungen Teilnehmern schnell klar, auf Biegen und Brechen cool sein zu wollen ist ganz schön anstrengend und man eckt leicht an. Dies zumindest stellten sie in ihrer Kosten-Nutzen-Rechnung fest, bei der „cool sein“, „Spaß haben“ und gewinnen auf der einen Seite den weniger lustigen Dingen wie Ärger mit Mitschülern, Lehrern und Eltern, Nachteile beim Lernen, weil man Unterrichtsstoff verpasst hat, Trainingsraumbesuche und Strafen der unterschiedlichsten Art. Doch wie kann man es schaffen, cool zu bleiben. Um dieser Frage auf den Grund zu gehen hatten die Teamer eine ganze Reihe von Übungen im Gepäck.

Zum Kennenlernen führten die jungen Teilnehmer Partnerinterviews durch und präsentierten anschließend ihren Partner. Es folgten weitere Kennenlernspiele und Spiele, bei denen auch Vertrauen zu den Mitspielern gefragt war. Bei diesen Übungen wurde auch deutlich, wie wichtig die Körpersprache ist. Wenn sie nicht zu dem passt, was man sagt, kommt es leicht zu Missverständnissen und Konflikten.

Besonders viel Spaß machten den 10 Jungen aus dem fünften und sechsten Schuljahr die Tobespiele in dem bestens dafür geeigneten Bewegungsraum der Schrenzerschule. Einer der Hits war die Übung „Vier Kontinente“, bei der es darum ging, die Bewohner der anderen Kontinente auf den eigenen zu ziehen und damit zu Mitstreitern zu machen. Neben dem Spaß an der Bewegung, dem Willen zu gewinnen, merkten die Schüler schnell, dass man sich im Spiel auch mal wehtun kann, obwohl der andere dies nicht beabsichtigt und man dies durch ein einfaches Signal kundtun muss, ohne gleich sauer zu werden.

Im letzten Teil wurde durch Kooperationsspiele deutlich, wie wichtig der Zusammenhalt einer Gruppe sein kann, denn viele Aufgaben sind alleine nicht lösbar, in der Gruppe mit etwas Überlegung aber gut machbar. Sehr angetan waren die Teamer von den ernsthaften Diskussionen der jungen Teilnehmer zu verschiedenen Themen wie z.B. „Was ist eigentlich Gewalt?“. Hier wurde sehr deutlich, dass die Wahrnehmung der Einzelnen sehr unterschiedlich sein kann.

Zum Abschluss schrieben die Schüler mit sehr großer Ernsthaftigkeit einen Brief an sich selbst, den sie zu einem späteren Zeitpunkt per Post zugesandt bekommen. Hier durften sie, ohne dass Dritte einen Einblick erhalten, große Geheimnisse hineinschreiben, ihre Wünsche und Träume äußern oder auch ihren Kummer niederschreiben. Zum Schluss gab es noch eine „warme Dusche“ für alle, bei dem jedem Teilnehmer dessen positiven Seiten aufgezeigt wurden.

Im Resümee war dann auch ganz klar, dass der Tag allen Spaß gemacht hat. Insbesondere fanden die Schüler die Teamer „richtig cool“ wie auch die einzelnen Übungen.

Auch die Teamer äußerten sich sehr positiv über die Gruppe. Insbesondere waren sie von der Ernsthaftigkeit, mit der die Jungen die ihnen gestellten Aufgaben in Angriff nahmen und vor allem auch die guten Gespräche erfreut. Dies zeigt, wie viel Potential in den jungen Menschen stecken kann. In der Abschlussrunde wurde klar, dass die Schüler spielerisch sehr viel im Sinne einer gelebten Demokratie über das gute Miteinander, über die eigenen Stärken und Schwächen, aber auch über die Fallstricke im Umgang mit anderen gelernt hatten. Am Ende stand der Wunsch, ein weiteres Projekt mit anderen Schülern durchzuführen.

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