Studienfahrt der Geschichtsreisen-AG nach München/Dachau

Im Rahmen der Forschungstätigkeit für die 2019 geplante Wanderausstellung zum Thema Nationalsozialismus und Widerstand in Hessen und Bayern, unternahm die Geschichtsreisen-AG der IGS-Schrenzerschule Butzbach unter der Leitung von Frau Jessica Noeline Groß und Frau Veronika Kieselstein eine Studienfahrt nach München und Dachau.

An vielen  historischen Stätten in Nürnberg (im Dezember 2017) und München konnten  die SchülerInnen konkrete Einblicke vor Ort erhalten und ihre eigene Meinung zu verschiedenen Ereignissen äußern. 

Höhepunkte des dreitägigen Aufenthalts vom 18. bis 20. Juni in München waren die Ausstellung im NS-Dokumentationszentrum und der Besuch des Konzentrationslagers Dachau.

Trotz der Gefahr für das eigene Leben waren immer wieder Menschen bereit, Widerstand gegen den Nationalsozialismus zu leisten. 

Man schätzt ihre Zahl auf ca. 20.000 – 40.000 Menschen. Die einen taten es aufgrund ihrer politischen und religiösen Überzeugung, z.B Angehörige der KPD, der SPD, der Gewerkschaften und Christen beider Bekenntnisse. Politische Widerstandsgruppen, die ,, Weiße Rose”, eine Studentengruppe um die Geschwister Scholl, ihre Freunde Willi Graf und Christoph Probst sowie den Münchner Professor Huber, riefen in ihren Flugblättern zum Widerstand gegen Hitler auf.  Vor und im Universitätsgebäude verteilten sie ihre Flugblätter.

Im Februar 1943 wurden die Geschwister Scholl verhaftet und am 22.02 in München, Stadelheim hingerichtet. 

Eine besondere Rolle spielte während der Nazi-Zeit, die Viscardgasse, auch “Drückebergergassl” genannt. ,Wir stellten uns auf die erst 2014 angelegte Bronzespur, um zu zeigen, dass wir,  wie die Münchner  Bevölkerung in der NS Zeit  gegen Hitler Widerstand geleistet hätten. Wir wollen uns auch an die Widerstandkämpfer erinnern, und versuchen damit unsere Gefühle zum Ausdruck zu bringen,” sagten Lejla Huskic und Lara Sophie Albert.  Die Bürger Münchens umgingen die Ostseite der Feldherrnhalle am Odeonsplatz, um  den ständigen Hitlergruß zu vermeiden.

Am Ende des Rundgangs, befanden sich die TeilnehmerInnen der AG an der Stelle, wo die Ehrentempel der Nationalsozialisten gestanden haben.

,, Für mich ist es unvorstellbar, das Thema Nationalsozialismus zu verdrängen,” sagte die Schülerin Denisa Nicola. Vorschläge, wie man mit den Erinnerungen an dieser Zeit umgehen sollte, verursachten rege Diskussionen unter der Bevölkerung Münchens. Die Stadt entschied, das Thema zu meiden und  „Gras drüber wachsen zu lassen.” Auf Beschluss wurde dann 2015 ein NS-Dokumentationszentrum an die Stelle des Gebäudes der ehemaligen  NSDAP Parteizentrale (das „Braune Haus”) errichtet.

Die heutige Ausstellung im NS- Dokumentationszentrum in München, war aufgebaut auf vier Etagen, auf denen uns auf insgesamt 33 Tafeln und weiteren Infoständen alles kurz, knapp aber dennoch gut verständlich und informativ alles über die damalige Hitlerzeit erklärt wurde. ,, Ich finde mit den Kopfhörern ist der Rundgang extra abgestimmt für Jugendliche und das Lernen für mich viel effizienter und macht mehr Spaß,” sagte Niklas Zimmermann.

Die Tafeln und Infostände waren gut verständlich und klar aufgebaut, sodass man sich schnell und einfach zurecht finden konnte. ,, Für mich persönlich war die Ausstellung sehr informativ und ich habe viel Neues dazugelernt. Ich finde es gut, dass heutzutage durch solche Ausstellungen noch an die damalige Zeit erinnert wird, so das man sieht wie es Bürgern damals ergangen ist und jeder dafür eintritt, dass es so etwas nicht wiederholt“ so Huskic.

Zum Abschluss ihrer Studienreise, besichtigten die Jugendlichen die Gedenkstätte des Konzentrationslagers Dachau. Der Plan wurde von Himmler entworfen. Am 22. März 1933 kamen die ersten politischen Gefangenen, die weitere Gebäude errichteten. Von 1933  bis 1945  wurden über 200.000 politische Gefangene inhaftiert und einige Tausende fanden den Tod. Die Amerikaner befreiten die Insassen des Lagers. 

Bei einer dreistündigen Führung durch die gesamte Gedenkstätte wurden die SchülerInnen mit der grausamen Vergangenheit des Nationalsozialismus konfrontiert. Sie besichtigten die nachgebauten Baracken, in denen die Häftlinge des Konzentrationslagers lebten und erfuhren mehr über ihre harten Tagesabläufe. “Es war doch alles nur Schikane, die Häftlinge lebten in ständiger Angst vor den Übergriffen  und dem Terror durch die SS,” beklagte die Schülerin Michelle Rohn. Zu den häufigsten Sanktionen gehörten die Bunkerhaft, die Prügelstrafe, das so genannte Baum- oder Pfahlhängen und das Strafstehen.

Außerdem machten die TeilnehmerInnen einen Rundgang durch die Räume der neu gestalteten Ausstellung. Dabei erfuhren sie unter anderem, dass Häftlinge bei ihrer Ankunft erst einmal am gesamten Körper desinfiziert und ihnen alle Haare abrasiert wurden, bevor sie in das Lager kamen. 

Bei der Führung durch das Krematorium und die Gaskammer liefen den Jungen und Mädchen bei dem Gedanken an die Grausamkeiten und Gräueltaten Schauer über den Rücken. 

„Sie kamen nach Dachau, weil sie politisch eine andere Meinung hatten, und nicht für die NSDAP waren. Die Gefangenen wurden auch eingeschüchtert, und sie leisteten keinen Widerstand, weil sie entweder freigelassen oder hier sterben mussten,” meinte die Schülerin Karina Albrecht.  

Die Wachmannschaft der SS hielt das Krematorium vor den Häftlingen geheim, da diese nicht wissen sollten, dass dort die Ermordeten verbrannt wurden.

Der Besuch in München und die Besichtigung der KZ-Gedenkstätte Dachau wurden durch die finanzielle Unterstützung der Demokratie Leben- Butzbach, des Fördervereins der IGS- Schrenzerschule und des Wetteraukreises ermöglicht.

Ihre Erkenntnisse brachten die Schüler/innen zu Papier und bereiten mit ihren Aufzeichnungen eine Ausstellung vor.

Im Juni 2019 ist neben vielen anderen Themen die Wanderausstellung für Besucher zugänglich.

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