Kollegium der Schrenzerschule arbeitet mit RAD

Es ist fast schon eine Lebensweisheit: Immer wieder stellen Jugendliche die Erwachsenen vor neue Herausforderungen. War es in den 60ern vielleicht das In-Frage-Stellen von Regeln und Prinzipien, später das Rauchen, so klagen heute viele über das Einzelgängertum und geringe Engagement der Generation Handy und Computer. Mehr und mehr wandelt sich zudem die Rolle einer Lehrkraft. War sie in der Vergangenheit in erster Linie gefragt, wenn es darum ging, Wissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten zu vermitteln, so ist sie heute auch sehr stark als erziehende Person gefragt. Diese Thematik rückte das Kollegium der integrierten Gesamtschule Schrenzerschule in seinem diesjährigen pädagogischen Tag unter dem Thema „Haltung zeigen – Grenzen setzen – Sicherheit geben“ in den Fokus. Als Referent konnte abermals Markus Brand, der Mitbegründer des Deutschen Instituts für konfrontative Pädagogik gewonnen werden.

Brand erinnerte zunächst an die elementaren Bausteine „einen Rahmen setzen“, das für die Schule seiner Meinung nach unentbehrliche Prinzip „RAD“ (Respekt- Aufmerksamkeit –Disziplin) und einige praktische Übungen aus der ersten Veranstaltung.  Er machte an mehreren Beispielen deutlich, wie wichtig das Engagement aller Beteiligten in Erziehungsfragen ist. Dabei sei ein klarer, verbindlicher Handlungsrahmen, der in den unterschiedlichen Gremien festgelegt werden muss, unerlässlich, um die Verantwortung des einzelnen zu stärken und den Rahmen für alle deutlich zu machen. Ist  dieser für alle verbindliche Rahmen institutionalisiert, werden Schüler und Schülerinnen in ihrem pro-sozialen Verhalten gestärkt und achten ihrerseits auf Regeleinhaltung. Ziel müsse es sein, genau diese Mehrheit der Jugendlichen mit diesen pro-sozialen Verhaltensweisen in den Blick zu nehmen und nicht etwa Kräfte auf die wenigen Störer zu verwenden.

Einen breiten Raum war in dieser Veranstaltung auch der Erprobung von Settings im Sinne der konfrontativen Pädagogik gewidmet. In Gruppen bearbeiteten die Lehrkräfte und Sozialpädagogen einzelne, durchaus schwierige Fallbeispiele, mit dem Ziel, Handlungs- und Gesprächsalternativen kennenzulernen und zu erproben. In kurzen Diskussionsrunden verstand es Brand immer wieder, einzelne Schwachpunkte aufzuzeigen, aber auch den Mut und das Verständnis zu entwickeln, dass Konfrontationen wichtig und richtig sind, aber zu einem möglichst frühen Zeitpunkt erfolgen müssen. Eingefahrene falsche Verhaltensweisen lassen sich nur mit erheblichem Aufwand in richtige Bahnen lenken.

Am Ende dankte der Schulleiter, Achim Schwarz-Tuchscherer, dem engagierten Referenten, Markus Brand, für die lebendige Gestaltung des diesjährigen pädagogischen Tages ebenso wie für die zahlreichen Anregungen und kritischen Betrachtungen. Sein Dank ging auch an die Initiative „Demokratie leben“ der Stadt Butzbach für deren finanzielle Unterstützung. Das Kollegium zeigte durch sein konzentriertes Zuhören, Nachfragen, Diskutieren wie auch durch die bereitwillige Arbeit an den gestellten Aufgaben, dass mit dem Thema ein Nerv und mit Markus Brand als Referent die richtige Wahl getroffen worden war.

>>>Link zum Artikel der Butzbacher Zeitung<<<

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